RFP-Checkliste für ALSPs: 12 Fragen, die General Counsel und Head of Compliance stellen sollten (Schweiz, Deutschland, Liechtenstein)

Projektjurist
Wer Legal- oder Compliance-Kapazität kurzfristig skalieren will, landet schnell bei ALSPs (Alternative Legal Service Providers), Interim-Expertinnen und -Experten oder Managed Services. Die Herausforderung ist selten die Idee an sich, sondern die saubere Auswahl: Passt das Liefermodell? Ist das Setup steuerbar? Diese Checkliste richtet sich an General Counsel und Head of Compliance und ist so formuliert, dass sie direkt in ein RFP übernommen werden kann. Sie ist bewusst länderübergreifend nutzbar und berücksichtigt typische Anforderungen in der Schweiz, in Deutschland und in Liechtenstein.
12 Fragen für einen RFP an einen ALSP Anbieter:
- Welche gültigen Bewilligungen/Erlaubnisse für Personalverleih bzw. Arbeitnehmerüberlassung bestehen (Schweiz, Deutschland, Liechtenstein) und wie erfolgt der Nachweis (Gültigkeit, zuständige Behörde, räumlicher Geltungsbereich, Umfang)?
- Wie wird sichergestellt, dass Bewilligungen/Erlaubnisse sowie interne Prozesse laufend compliant bleiben?
- Falls es zu einer behördlichen Prüfung kommt: Welche Unterlagen können kurzfristig bereitgestellt werden (Rahmenvertrag, Überlassungsvertrag/Einsatzvertrag, Einsatzdokumentation, Zeit- und Lohnnachweise, Nachweise zur Unterstellung/Eingliederung) und innerhalb welcher Frist?
- Wie ist das Preismodell aufgebaut (Stundensatz/Tagessatz, Zuschläge, Spesenregelung) und welche Leistungen sind standardmässig inklusive bzw. exklusive?
- Wie ist das Standard-Vertragsset aufgebaut (Rahmenvertrag, Überlassungsvertrag/Einsatzvertrag, Vertraulichkeit/Datenschutz, weitere Anhänge)?
- Kann ein aktueller Vertragsentwurf (Rahmenvertrag plus Überlassungsvertrag/Einsatzvertrag) zur Prüfung zugestellt werden?
- Wie wird mit Verlängerungen oder Änderungen im Einsatz umgegangen (Prozess, Fristen, erneute Freigaben)?
- Welche Ersatz- und Kontinuitätsmechanismen bestehen bei Ausfall oder Nicht-Passung (Ersatzprofil innerhalb definierter Frist, Backup-Kandidaten)?
- Wie werden fachliche Mindestanforderungen verifiziert?
- Wie werden auf Wunsch Referenzprüfungen und Background Checks durchgeführt (Umfang, Einwilligungen, Dokumentation) und welche Mindeststandards gelten bei besonders sensiblen Rollen?
- Wie funktionieren Zeiterfassung und Freigabeprozesse (Tool/Format, Cut-off, Korrekturen, Überstunden, Spesen?
- Wie erfolgt die Rechnungsstellung (Frequenz, Detaillierungsgrad pro Person/Einsatz, Ausweis von Stunden/Tagessätzen, Zuschlägen und Spesen) und welche Belege werden standardmässig mitgeliefert?
Wenn die Fragen im RFP vollständig beantwortet und belegt werden, wird die Auswahl konkret: Es wird sichtbar, welcher Anbieter in der Praxis schnell passende Profile vorstellen kann und administrativ reibungslos liefert. So lässt sich ein verlässlicher Anbieter auswählen, der im Alltag als stabiler Partner agiert.
Wie viel Kostet der Einsatz eines Projektjuristen?
ALSPs bieten transparente Modelle für die Abrechnung, sei es auf Stundenbasis oder Tagesbasis. Dies bietet Unternehmen eine klare Kostenstruktur und Kostensicherheit. Alternative Legal Service Provider (ALSP) sind damit die ideale Wahl für flexible Modelle in Corporate Legal Departments.



